Ihre Plattform-News vom 20.07.2026
Liebe Kolleginnen und Kollegen der MaterialDigital Community,
was bewegt die Initiative MaterialDigital aktuell? Von den Ergebnissen des Industrie-Events in Karlsruhe über den Kick-off der MaterialsCommons-Initiative bis hin zu aktuellen Fortschritten in unseren Arbeitsbereichen: Auch in den vergangenen Wochen gab es zahlreiche Entwicklungen, die die digitale Transformation der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik voranbringen. Darüber hinaus stellen wir Ihnen die ersten Veröffentlichungen des Advanced Engineering Materials Special Issue „Digitalization in Materials Science and Engineering – Part II“ vor und informieren über wichtige Submission Deadlines im Vorfeld der MaterialDigital-Vollversammlung. Werfen Sie einen Blick in den Newsletter!
Vergangene Veranstaltungen
MaterialDigital Industrie-Event 2026: Austausch mit der Industrie
Mit einer großen Zahl an Teilnehmenden aus Industrie, Forschung und Politik war das MaterialDigital Industrie-Event 2026 ein voller Erfolg. Zwei Tage lang standen die Potenziale digitaler Materialdaten und datengetriebener Zusammenarbeit für eine wettbewerbsfähige Industrie im Mittelpunkt. Unter dem Motto „Deutschland auf China-Speed?“ wurde diskutiert, wie digitale Technologien Entwicklungs- und Innovationsprozesse beschleunigen, die Resilienz der industriellen Wertschöpfung stärken können und Deutschland im internationalen Vergleich wettbewerbsfähig bleiben kann. Im Fokus standen dabei unter anderem digitale Materialdaten als Grundlage für effizientere Entwicklungsprozesse, industrielle Datenräume für einen sicheren Datenaustausch sowie Integration von Künstlicher Intelligenz in der Materialentwicklung und Produktion.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf aktuellen Themen wie dem Digital Product Passport und der Kreislaufwirtschaft. Praxisnahe Einblicke und interaktive Workshops zeigten, wie Unternehmen diese Ansätze bereits heute erfolgreich umsetzen und welche Voraussetzungen für eine skalierbare Digitalisierung geschaffen werden müssen.
Der intensive fachliche Austausch und die lebhaften Diskussionen machten deutlich, dass die Digitalisierung von Materialdaten als Schlüssel für Innovation, Nachhaltigkeit und internationale Wettbewerbsfähigkeit verstanden wird. Dabei wurde eine übergeordnete Einschätzung vielfach deutlich - wenn in Deutschland und Europa die Wissenschaft, Politik und Wirtschaft kooperieren statt sich gegenseitig in die Pflicht zu nehmen, können wir unsere Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern!

Wir bedanken uns herzlich für die rege Teilnahme, das positive Feedback und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit innerhalb der MaterialDigital-Community.
Infos aus der Veranstaltung sind hier zu finden.
Start von MaterialsCommons: Vernetzung der europäischen Materialforschung
Mit MaterialsCommons ist eine neue europäische Initiative gestartet, die den Zugang zu Materialdaten, digitalen Werkzeugen und Workflows über eine gemeinsame Infrastruktur vereinfachen und vernetzen soll. Ziel ist es, die Entwicklung neuer Materialien durch bessere Datennutzung, interoperable Prozesse und KI-gestützte Ansätze zu beschleunigen. Die Plattform MaterialDigital bringt ihre Erfahrungen und Lösungen in das Projekt ein und trägt dazu bei, erfolgreiche Konzepte für Datenräume, Semantik und digitale Workflows auf die europäische Ebene zu übertragen.
Beim Kick-off-Treffen am 17. Juni 2026 am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) kamen die Projektpartner zusammen, um die Zusammenarbeit für die kommenden vier Jahre zu starten und die Grundlagen für eine vernetzte europäische Forschungsinfrastruktur im Bereich Materialien zu legen. Erfahren Sie mehr zum Start der MaterialsCommons Initiative in der aktuellen Pressemitteilung.
Als unterstützender Partner von MaterialsCommons freut sich die Plattform MaterialDigital darauf, ihre Erfahrungen und Ergebnisse in die europäische Initiative einzubringen. Die enge Vernetzung bietet die Chance, bewährte Ansätze aus der Community weiterzuentwickeln, Sichtbarkeit auf europäischer Ebene zu schaffen und gemeinsam an einer interoperablen digitalen Infrastruktur für die Materialwissenschaft und Werkstofftechnik zu arbeiten. Die kommenden Jahre versprechen einen spannenden Austausch und vielfältige Synergien.
NeReS-Netzwerkkonferenz: Austausch zu nachhaltigen Ressourcensystemen
Im Rahmen der NeReS-Netzwerkkonferenz im Mai 2026 standen digitale Wertschöpfungsnetzwerke als wichtige Voraussetzung für eine ressourceneffiziente und zirkuläre Wirtschaft im Mittelpunkt. Diskutiert wurden insbesondere interoperable Datenflüsse, geeignete Standards, Datenqualität sowie der sichere Austausch von Informationen zwischen den beteiligten Akteuren.
Der Digitale Produktpass wurde dabei als ein wesentlicher Baustein für mehr Transparenz, Rückverfolgbarkeit und einen effizienteren Umgang mit Ressourcen entlang des Produktlebenszyklus hervorgehoben. Erfolgreiche Praxis- und Pilotbeispiele aus verschiedenen Industriesektoren verdeutlichten zudem das Potenzial sensorbasierter und KI-gestützter Anwendungen beim Aufbau einer effizienten Kreislaufwirtschaft, etwa für Zustandsbewertungen, eine effizientere Nutzung von Materialien und Verpackungen sowie optimierte Recycling- und Sortierprozesse. Die Diskussionen machten deutlich, dass verlässliche, maschinenlesbare und interoperable Daten eine zentrale Grundlage für die digitale Transformation und die Umsetzung zirkulärer Wertschöpfungsketten bilden. Damit bestehen klare Anknüpfungspunkte zu den Zielen von MaterialDigital, insbesondere zur Vernetzung von Daten, Akteuren und digitalen Lösungen entlang materialbezogener Wertschöpfungsketten.
LLM trifft Materialwissenschaft: Eindrücke von den BAM–Fraunhofer Materials LLM Days
Wie können Large Language Modelle die Materialforschung künftig unterstützen? Dieser Frage widmeten sich am 27. und 28. April 2026 die BAM–Fraunhofer Materials LLM Days II am BAM-Standort Adlershof. Fachleute aus Forschung, Industrie und dem Fraunhofer-Verbund Materials kamen zusammen, um aktuelle Entwicklungen und konkrete Anwendungsmöglichkeiten von LLMs und weiteren KI-Methoden zu diskutieren.
Das Programm zeigte ein breites Spektrum möglicher Einsatzfelder: von KI-gestützter Werkstoffauslegung und Simulation über die automatisierte Extraktion und Strukturierung wissenschaftlicher Metadaten bis hin zu intelligenten Software- und Labor-Workflows. Weitere Schwerpunkte lagen auf Wissensgraphen, Multi-Agenten-Systemen, datengetriebenen geschlossenen Experimentkreisläufen sowie der semantisch abgestimmten Wiederverwendung multimodaler Materialdaten.
Auch Fragen der digitalen Qualitätsinfrastruktur wurden aufgegriffen, etwa durch Konzepte für maschineninterpretierbare Qualitäts- und Referenzdokumente. Damit wurde deutlich, dass LLMs nicht nur einzelne Arbeitsschritte beschleunigen können, sondern perspektivisch zu stärker vernetzten, nachvollziehbaren und datenbasierten Forschungsprozessen beitragen.
Zugleich wurde betont, dass Verlässlichkeit, Nachvollziehbarkeit, Sicherheit und Datenqualität entscheidende Voraussetzungen für einen verantwortungsvollen Einsatz dieser Technologien bleiben. Die Veranstaltung bot einen inspirierenden Rahmen für fachlichen Austausch, neue Impulse und die Weiterentwicklung gemeinsamer Aktivitäten.
Kommende Veranstaltungen
Online-Community-Meeting am 21. Juli: Zwei Demonstratoren im Fokus
Nehmen Sie am Dienstag, den 21. Juli 2026, von 13:00 bis 14:00 Uhr am nächsten MaterialDigital Community-Meeting teil. Im Mittelpunkt stehen zwei Demonstratoren, die zeigen, wie verschiedene Werkzeuge der Plattform MaterialDigital ineinandergreifen und gemeinsam genutzt werden können.
Demonstrator 1: Vom Daten-Lebenszyklus zur kollaborativen Datennutzung mit PMD
(Marian Bruns)
Im ersten Teil wird der Fokus darauf gelegt, wie die verschiedenen Abschnitte eines Daten-Lebenszyklus mit Werkzeugen der PMD via Python umgesetzt werden können:
- Hochladen (semantischer) Daten zur kollaborativen Abfrage und Bearbeitung am Beispiel von Ontodocker (Datengenerierung, Upload und Update)
- Anlegen und Befüllen von Datensätzen im MaterialDigital DataPortal (Publikation von Daten)
- Abfragen und Erkunden von Daten im DataPortal
Abschließend wird ein Ausblick gegeben, wie im PMD-Mesh in dezentralen, nicht-öffentlichen Datenräumen kollaborativ an Datensätzen gearbeitet werden kann. Einen ersten Eindruck vermittelt bereits das Demonstrator-Video "From Data to Insights: Platform MaterialDigital in Practice".
Demonstrator 2: Semantische Datenintegration für industrielle Datenräume
(Matthias Büschelberger)
Der Demonstrator zeigt die IWM-Strategie zur Transformation von Daten aus ELNs (Electronic Lab Notebooks) und LIMS (Laboratory Information Management Systems) wie OpenBIS in semantische Dokumente nach PMDCo (Platform Material Digital Core Ontology) oder anderen digitalen Standards wie SAMM (Semantic Aspect Meta Model) oder AAS (Asset Administration Shell) für den Austausch in industriellen Datenräumen wie Catena-X, Manufacturing-X usw.
Dies wurde durch die Nutzung offener Standards zur Datentransformation (YARRRML und SPARQL) sowie Open-Source-Software (z. B. CKAN und deren community-betriebenen Plugins) erreicht.
Die Veröffentlichung und der Austausch von Assets erfolgen über Eclipse-Dataspace-Connector-Instanzen, welche die technische Grundlage für das Dataspace-Protokoll bereitstellen und so souveränen Datenaustausch im industriellen Maßstab ermöglichen. Basierend auf diesen Komponenten implementiert die Architektur eine bidirektionale Verknüpfung und vollständige Rückverfolgbarkeit: Interne Produktions- und Charakterisierungsdaten werden externen Produktdaten aus Lieferketten zugeordnet – und umgekehrt.
Das Meeting ist auf eine Stunde angesetzt. Nach den Kurzvorstellungen bleibt ausreichend Zeit für Ihre Fragen und den gemeinsamen Austausch.
Nutzen Sie die Diskussion, um den Demonstrator-Workshop auf der Vollversammlung aktiv mitzugestalten: Welche Themen möchten Sie dort vertiefen? Welche Anwendungsbeispiele würden Ihnen helfen, die Ziele Ihres Projekts besser zu erreichen?
Schreiben Sie für den Teilnahmelink bitte eine E-Mail an: community@material-digital.de.
Vollversammlung 2026: Jetzt Beiträge einreichen
Die Anmeldung zur Vollversammlung der Plattform MaterialDigital am 28. und 29. September 2026 in Darmstadt ist weiterhin geöffnet. Gestalten Sie das Programm aktiv mit und präsentieren Sie Ihre Arbeiten der MaterialDigital-Community. Ob Projektvortrag (insbesondere aus MaterialDigital 2 und 3), Poster oder Demonstrator – nutzen Sie die Gelegenheit, Ihre Ergebnisse vorzustellen und mit Akteurinnen und Akteuren aus Wissenschaft und Industrie in den Austausch zu treten.
Bitte beachten Sie die kommenden Einreichungsfristen:
- 21. August 2026 – Neue Deadline Projektvorträge: Einreichung der Abstracts für MaterialDigital-Projektvorträge am 28. September 2026. Bitte geben Sie den Namen Ihres MaterialDigital-Projekts an. Diese Deadline wurde auf den 21. August verlängert. Abstract und Vortragende können bis zum 21. September aktualisiert werden.
- 21. September 2026 – Finale Frist für Aktualisierungen der Abstracts Bereits eingereichte Abstracts können bis zu diesem Datum mit aktuellen Informationen ergänzt oder angepasst werden.
- 21. September 2026 – Deadline für Demonstratoren und Poster Demonstratoren und Poster können bis zum 21. September online eingereicht werden. Nur angemeldete Beiträge werden für die Auszeichnungen Best Demonstrator und Best Poster berücksichtigt.
Alle Informationen und Links zur Einreichung finden Sie hier.
MSE 2026: Vergünstigte Teilnahme für Vollversammlungs-Gäste
Im Anschluss an die MaterialDigital-Vollversammlung startet am 29. September 2026 an der TU Darmstadt die Materials Science and Engineering Conference (MSE 2026).
Für Teilnehmende der Vollversammlung besteht die Möglichkeit, ein vergünstigtes MSE-Ticket zu erwerben. Voraussetzung hierfür ist die Anmeldung sowie die vollständige Bezahlung der Vollversammlung. Weitere Informationen zum Ticketangebot finden Sie auf der Registrierungsseite der Vollversammlung.
Die MSE 2026 findet vom 29. September bis 1. Oktober 2026 als Hybridveranstaltung in Darmstadt und online statt. Das vorläufige Programm ist bereits veröffentlicht und umfasst ein breites Spektrum an wissenschaftlichen Sessions, Plenarvorträgen und weiteren Programmpunkten.
Posterbeiträge für die Präsenzveranstaltung können noch bis zum 31. Juli 2026 eingereicht werden. Für Online-Poster gelten verlängerte Einreichungsmöglichkeiten.
Besuchen Sie uns auf der MSE am Stand Nr. 12
Nutzen Sie die Gelegenheit, die MaterialDigital-Vollversammlung mit Europas größtem Kongress für Materialwissenschaft und Werkstofftechnik zu verbinden und kommen Sie uns auch an unserem Ausstellerstand - Nr. 12, direkt beim Auditorium - besuchen.
Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der MSE 2026.
Einblicke in die PMD | Hauptarbeitsbereiche
Erfahren Sie mehr über aktuelle Entwicklungen und laufende Arbeiten der Hauptarbeitsbereiche der Plattform MaterialDigital.
Community-Interaktion
MaterialDigital3 Projektvorstellungen
Im Rahmen von drei MaterialDigital-Community-Meetings stellten sich jeweils zwei der sechs Projekte des dritten MaterialDigital-Förderaufrufs in zehnminütigen Steckbrief-Präsentationen vor. Die 2025 gestarteten Projekte befinden sich noch in einer frühen Phase und gaben spannende Einblicke in ihre Ziele, Ansätze und ersten Aktivitäten.
Unter industrieller Führung arbeiten sie an der digitalen Transformation entlang verschiedener Material- und Wertschöpfungsketten – von Stahl, Glas und Keramik über Polymere und Kupfer bis hin zu nachhaltigen Kunststoff- und Recyclingprozessen. Die Kurzvorstellungen boten den Teilnehmenden einen kompakten Überblick über die Vielfalt der Projekte und förderten den Austausch über gemeinsame Herausforderungen und Synergien.
Vorstellung verpasst? Dann schaut gerne auf den Projekt-Homepages vorbei, hier sind die Steckbriefe verfügbar.
Wir bedanken uns herzlich bei allen Vortragenden für ihre Präsentationen und ihren Beitrag zum offenen Wissensaustausch in der MaterialDigital-Community.
Workflows
Der Hauptarbeitsbereich Workflows bringt aktuelle Entwicklungen der Plattform MaterialDigital aktiv in europäische und internationale Initiativen ein. Im europäischen Projekt MaterialsCommons ist MaterialDigital als geförderter Projektpartner beteiligt; innerhalb des Konsortiums leitet die BAM gemeinsam mit dem KIT das Work Package 4 „Unifying Computational Workflow Environments“. Ziel ist es, rechnergestützte Workflow-Umgebungen zu harmonisieren und damit eine Grundlage für interoperable, föderierte Forschungsinfrastrukturen zu schaffen. Damit werden die bisher auf Deutschland fokussierten Ativitäten der Workflowgruppe auf den europäischen Raum ausgeweitet und internationale Partner auf dem Gebiet, wie AiiDA oder Perqueue, eingebunden.
Im Zusammenhang der internationalen Vernetzung hinaus war das Workflow-Team auch als Mitorganisator am CECAM Flagship Workshop „Open Databases Integration for Materials Design (OPTIMADE)” beteiligt, der vom 29. Juni bis 3. Juli 2026 in Grenoble stattfand. Im Fokus standen offene Standards für Materialien-Datenbanken, die Integration digitaler Workflows sowie die Weiterentwicklung interoperabler Infrastrukturen für die Materialforschung. Während des Workshops wurde ein Modul zur Auswertung der Common Workflow Language (CWL) entwickelt, das es ermöglicht, mit semantikon in CWL beschriebene Daten in Wissensgraphen zu überführen, die mithilfe der PMDco modelliert werden. Gleichzeitig wurde ein Kommunikationskanal mit der CWL Community etabliert, um die Entwicklung von CWL und Python Workflow Definition (PWD) zu erleichtern.
Zusammenarbeit mit der semantischen Interoperabilität
Nach dem erfolgreichen Einsatz von semantikon zum Export PMDco-basierter Workflow-Wissensgraphen für gerichtete azyklische Graphen (DAGs) konzentriert sich die aktuelle Entwicklung auf die Unterstützung von Kontrollflüssen. Der erste Entwurf zur Modellierung von For-Schleifen ist inzwischen fertiggestellt und wurde bereits mithilfe von Reasonern validiert. In den kommenden Wochen werden die verbleibenden Kontrollflusskonstrukte, insbesondere While-Schleifen und If-Else-Verzweigungen, implementiert und evaluiert; die erzielten Ergebnisse werden anschließend publiziert.
Softwareentwicklungen zur Workflowdarstellung
Wie bereits in den vergangenen Newslettern beschrieben, wurde zur Vereinheitlichung der Workflowdarstellungen das Softwarepaket flowrep entwickelt. Nun ist die Integration von flowrep in pyiron_workflow vollständig abgeschlossen. Daraus ergeben sich folgende Verbesserungen:
- Für die Workflows in pyiron_workflow wird keine pyiron_workflow-spezifische Syntax mehr erforderlich. Dadurch können Workflows von allen Entwicklern mit Python-Kenntnissen leicht geschrieben werden
- Workflows lassen sich mit semantikon semantisch validieren, und die dabei erzeugten Informationen können direkt in entsprechende Wissensgraphen überführt werden.
Um die Provenienz der in Workflows verwendeten Softwaretools zu garantieren, haben wir ein neues Softwarepaket pothenon entwickelt. Pothenon analysiert auf Grund von Abstract Syntax Tree (AST) Pythoncodes und detektiert rekursiv Abhängigkeiten der Pythonfunktionen sowie Softwarepakete, die in den Codes vorkommen.
Semantische Interoperabilität
Ontology Playground – Gemeinsam Daten vernetzen
Wie schaffen wir echte Interoperabilität in MaterialDigital? Die MaterialDigital-Community kommt im PMD Ontology Playground zusammen, um genau diese Frage zu beantworten.
In einem zweiwöchentlichen Online-Format treffen sich Expert*innen aus den Projekten, um voneinander zu lernen – offen, praxisnah und kollaborativ. Ob erste Konzepte oder konkrete Ergebnisse: Der Playground bietet Raum, um Ansätze zur Datenintegration sichtbar zu machen, Input bei Herausforderungen, Feedback zu erhalten und neue Impulse mitzunehmen.
Mitgestalten statt nur zuhören.
Alle Projekte sind eingeladen, ihre Perspektiven einzubringen und aktiv Teil der Community zu werden. Stellen Sie Ihr Projekt im Playground vor!
Diskutieren Sie Ihre konkrete Herausforderungen und profitieren Sie vom Feedback anderer Expert*innen - gemeinsam treiben wir die semantische Interoperabilität in MaterialDigital voran.
Buchen Sie sich einen Termin für Ihren Projektbeitrag!
Tragen Sie sich auf der Verteilerliste zur Teilnahme ein!
Tools and Services Walkthrough Session - Ontology II – Austausch, Praxis & Konsens
Aufbauend auf der ersten Ontology-Walkthrough-Session, die vor allem einen Einstieg in Ontologien bot, richtete sich die zweite Session vom 23. Juni an Teilnehmende mit ersten Vorkenntnissen und praktischen Berührungspunkten mit Ontologien.
Im ersten Teil des Walkthroughs ging es um zentrale Aspekte fortgeschrittener Ontologieentwicklung – von Modellierungsprozessen, Konsensbildung und Granularität bis hin zu technischen Fragen wie IRIs, Modularisierung, Imports, ODK und ROBOT. Auch RDF-basierte Datentransformation, Mapping-Ansätze und KI-Bezüge wurden aufgegriffen.
Darüber hinaus wurden im zweiten Teil des Walkthroughs ausgewählte Modellierungsmuster vorgestellt und diskutiert, um die konkrete und komplexere Modellierung von Materialien, Eigenschaften und Prozessen praxisnah greifbar zu machen – etwa zur Dualität von Objekt und Material, zu Prozessketten, Input-Output-Strukturen in Herstellungsprozessen sowie zur Rolle von Objekten in Messprozessen. Der Austausch mit den Teilnehmenden brachte wertvolle Einblicke in aktuelle Herausforderungen – vom Bedarf an grundlegender Dokumentation und Einstiegshilfen für den Start über die Frage, was mit PMD-Ontologien überhaupt möglich ist, bis hin zur Verknüpfung unterschiedlicher Ontologien und Datenquellen.
Übergreifend wurde dabei vor allem eines deutlich: Konsens ist ein zentraler Bestandteil beim Aufbau von Ontologien. Die Teilnehmenden wurden dazu ermutigt, sich in die regelmäßigen Modellierungs-Meetings einzubringen, in denen Modellierungsfragen gemeinsam diskutiert, abgestimmt und PMDco kontinuierlich weiterentwickelt werden. Ein weiterer Impuls aus der Gruppe war der Wunsch, Kräfte dort zu bündeln, wo mehrere Projekte an ähnlichen oder gemeinsamen Ontologie-Domänen arbeiten.
Die Präsentationsfolien des Workshops stehen im Downloadbereich zur Verfügung.
Aktuelle Veröffentlichungen
Informieren Sie sich über aktuelle wissenschaftliche Veröffentlichungen aus dem Umfeld der Initaitive MaterialDigital und ihrer Projekte.
-
Markus Schilling, Niklas Marschall, Ute Niebergall, Martin Böhning FAIR data in mechanical testing of polymers: Implementation of the full-notch creep test ontology (OntoFNCT) | Results in Engineering
Die Applikationsontologie OntoFNCT überführt Daten aus Full-Notch-Creep-Tests an Polymermaterialien in eine FAIR-konforme, maschinenlesbare Struktur und ermöglicht damit interoperable Datenspeicherung, automatisierte Auswertung und erleichterte Nachnutzung. Sie baut auf der PMD Core Ontology (PMDco) auf und zeigt exemplarisch, wie die PMDco als semantisches Rückgrat für konkrete Prüfverfahren in der Materialwissenschaft, hier konkret in den Polymerwissenschaften bzw. bei der Polymermaterial-Charakterisierung, verwendet werden kann.
-
Markus Schilling, Harald Bresch, Bernd Bayerlein, Bastian Ruehle WeChemSynOntology: semantic modeling of wet chemical syntheses in a self-driving lab for nano- and advanced materials | Digital Discovery
Die in dieser Publikation vorgestellte WeChemSynOntology schafft eine semantische Grundlage, um nasschemische Syntheseprozesse für Nano- und Advanced Materials eindeutig, maschinenlesbar und zwischen Laboren reproduzierbar zu beschreiben. Damit adressiert die Arbeit eine zentrale Voraussetzung für Self-Driving Labs: Roboterplattformen benötigen präzise modellierte Prozessschritte und Parameter, um Experimente autonom planen, ausführen, auswerten und weitergeben zu können. Die an der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) demonstrierte Umsetzung zeigt exemplarisch, wie derartige semantische Repräsentationen künftig helfen können, automatisierte Materialsynthese über unterschiedliche Laborinfrastrukturen und Orchestrierungssysteme hinweg interoperabel und nachnutzbar zu machen.
Special Issue
Advanced Engineering Materials: Special Issue on “Digitalization in Materials Science and Engineering” – Part II
Mit der Veröffentlichung eines ersten Sonderhefts von Advanced Engineering Materials mit Beiträgen aus der Initiative MaterialDigital im April 2025 wurde eine Übersicht der eingesetzten Methoden und der erreichten Ergebnisse aus der ersten Phase unserer Initiative präsentiert.
Gegenwärtig wird der zweite Teil dieses Sonderheftes mit Beiträgen aus der MaterialDigital- und NFDI-MatWerk-Initiative sowie der französischen Initiative DIADEM zusammengestellt. Das Sonderheft wird voraussichtlich im Herbst dieses Jahres veröffentlicht.
Einzelne Beiträge aus dieser Sammlung wurden bereits digital veröffentlicht.
GaNDigital
J. Tomkovič, G. Lukin, H. Torkashvand, A. Kerschbaum, M. Müller, S. Besendörfer, J. Heitmann, J. Friedrich - (April 2026)
DiProMag
Fostering Innovation: Streamlining Magnetocaloric Materials Research by Digitalization
Simon Bekemeier, Moritz Blum, Luana Caron, Alisa Chirkova, Philipp Cimiano, Basil Ell, Inga Ennen,Michael Feige, Maik Gaerner, Thomas Hilbig, Andreas Hütten, Günter Reiss, Tapas Samanta, Sonja Schöning,Christian Schröder, Lennart Schwan, Chris Taake, Martin Wortmann -(May 2026)
InSuKa
Optimization of the Production of Rubber Compounds Using Mathematical Models
Anke Bardehle, Andreas Limper, Ulrich Giese, Carlos Lucke, Mario Beiner, Christoph Gögelein, Lisa Leuchtenberger-Engel, Christian Hopmann - (Mai 2026)
DaMaStE
Lisa Beran, Vincent Nebel, Dominik Perius, Kshitij Kumar, Yannis Heim, Laura Bies, Tobias Kraus - (Juni 2026)
DigiChrom
Christoph Baumer, Christopher Mai, Luca Eisentraut, Andreas Bund, Ricardo Buettner
Von der Community für die Community
Call for Papers: Special Issue „Semantic Materials Science and Engineering (SMSE)”
Die Fachzeitschrift Semantic Web Journal (SWJ) plant eine Sonderausgabe zum Thema "Semantic Materials Science and Engineering (SMSE)"". Gesucht werden Beiträge, die semantische Technologien, Wissensgraphen, Ontologien und KI-Methoden für die Materialwissenschaften und Werkstofftechnik adressieren. Zu den im Call for Papers genannten Themen zählen unter anderem:
- Ontologische Architekturen für Multiskalen-Physik
- Domänenontologien (z. B. Kristallographie, Defekte, Thermodynamik)
- Ontologie-Design-Patterns
- Interoperabilität mit BFO, EMMO, PMDco
- Neurosymbolische Materialforschung
- Kombination von Wissensgraphen (KGs) und Deep Learning
- Vorhersage von Materialeigenschaften
- Semantische Interoperabilität in der Produktion
- Asset Administration Shell (AAS)
- Semantische Digitale Zwillinge
- PSPP-Zusammenhänge (Processing–Structure–Property–Performance)
- Automatisierte Wissensextraktion
- NLP und Large Language Models (LLMs)
- Extraktion strukturierter Materialdaten aus Publikationen und Patenten
- Ontologie-Generierung
- Autonome neurosymbolische Forschungsassistenten
- KI-Agenten auf Basis von LLMs, Wissensgraphen und Ontologien
- Unterstützung oder Automatisierung von F&E-Workflows in den Materialwissenschaften
- Provenienzverfolgung und Verifikationsmechanismen für vertrauenswürdige Ergebnisse Dezentrale Datenmarktplätze
- Linked Data und Solid Pods
- Souveräner und sicherer Austausch von Materialdaten
- Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie
Frist für die Einreichung von Beiträgen: 16. Dezember 2026
Weitere Informationen zur Ausschreibung und Einreichung:
- http://www.semantic-web-journal.net
- http://www.semantic-web-journal.net/authors
Bleiben Sie mit uns in Verbindung: Folgen Sie uns auf LinkedIn und besuchen Sie unsere Webseite.
Bei Fragen erreichen Sie uns jederzeit unter info@material-digital.de oder direkt über das Kontaktformular.
Ihr PMD Team